Ehrenamt
«zündwürfel» 2026: Es lebe die Inklusion im Vereinssport
Die fünfte Pokalnacht des «zündwürfel» ist vorüber. Die Jubiläumsausgabe begeisterte die über 500 Besucherinnen und Besuchern in der AXA Arena mit strahlenden Finalistinnen und Finalisten, kurzweiligen Vereinsdarbietungen und frechen Sprüchen einer TV-Legende.
Als Wertschätzung für all jene, die sonst nicht im Rampenlicht stehen: der Förderpreis . Fotos: Kurt Schorrer
Es beginnt oft im Kleinen – bei Mädchen und Buben, die zum ersten Mal in einem Verein Sport treiben. Dort entsteht jener Funke, der eine lebenslange Leidenschaft entfacht. Möglich wird dies nur dank engagierter Vereine und Ehrenamtlicher, die sich mit grossem Einsatz für ihre Mitglieder engagieren und dafür sorgen, dass dieses Feuer möglichst lange weiterbrennt.
Mit diesen Worten wurde die Pokalnacht des «zündwürfel» 2026 eröffnet. Sie bringen den Kern des Zürcher Förderpreises auf den Punkt: Menschen und Vereine für ihr aussergewöhnliches Engagement auszuzeichnen – als Zeichen der Wertschätzung und des Dankes.
Am 8. Mai ging der «zündwürfel» bereits zum fünften Mal über die Bühne. Rund 500 Besucherinnen und Besucher fanden den Weg in die AXA Arena in Winterthur und feierten gemeinsam den Zürcher Vereinssport. Die Jubiläumsausgabe des Förderpreises, der 2022 vom Zürcher Kantonalverband für Sport (ZKS) initiiert wurde, rückte erneut bewegende Geschichten und engagierte Persönlichkeiten ins Rampenlicht.
Kategorie Verein: Unterschiedlich und doch vereint
Vier Vereine durften sich Hoffnungen auf die «zündwürfel»-Trophäe machen. Der Veloclub Horgen beispielswiese, der setzt sich mit seinen rund 320 Mitgliedern dafür einsetzt, auch einkommensschwächeren Familien den Zugang zum Vereinsleben zu ermöglichen. Oder der Verein PluSport Zürich Glattal, der sich mit grosser Leidenschaft für Menschen mit Beeinträchtigungen engagiert.
Ähnliche Werte vertritt auch der TV Unterstrass Handball. Der traditionsreiche Grossverein hat neben seinem sportlichen Angebot ein Special Team mit über einem Dutzend Spielerinnen und Spielern sowie mehreren Coaches aufgebaut. Komplettiert wurde das Finalfeld vom FC Urdorf, der insbesondere die Förderung des Mädchen- und Frauenfussballs vorantreibt.
Die Pokalnacht 2026 in der Übersicht
Kategorie Verein:
1. PluSport Zürich Glattal (Preisgeld: CHF 5000.-)
2. TV Unterstrass Handball (CHF 4000.-)
3. FC Urdorf (CHF 3000.-)
4. Veloclub Horgen (CHF 1500.-)
Kategorie Unparteiische:
Sieger: Urs Meier (Badminton-Verband Region Zürich)
Nicolás Castro (Nord-Ostschweizerischer Basketballverband)
Peiline Schütze (Zürcher Turnverband: Rhythmische Gymnastik)
Kategorie Ehrenamtliche:
Siegerin: Dominique Durodié (Akro Bülach)
Hansueli Ehrismann (FC Männedorf)
Martin Hasenfratz (Leichtathletik-Vereinigung Winterthur)
Werner Saxer (Schützengesellschaft Stäfa)
Marina Birrer (TV Weiningen)
Philippe Walter (Schwimmclub Uster)
Der Blick auf die Finalisten zeigte: So unterschiedlich die Sportarten auch sind, die Vereine verbindet ein gemeinsames Ziel. Themen wie Inklusion und Integration werden überall grossgeschrieben. Entsprechend hatten sich alle vier Vereine ihren Platz an der Pokalnacht mehr als verdient.
Am Ende konnte jedoch nur ein Verein die «zündwürfel»-Trophäe gewinnen. Der Sieger wurde durch die Kombination aus Jurybewertung, Online-Abstimmung und Voting an der Pokalnacht ermittelt. Durchsetzen konnte sich PluSport Zürich Glattal knapp vor dem TV Unterstrass Handball. Besonders das Engagement für eine gelebte und selbstverständliche Inklusion überzeugte das Publikum. Unter grossem Applaus nahmen Co-Präsidentin Janine Graf und Co-Präsident Linus Hany die Trophäe entgegen. Zudem durften sich alle Finalvereine über einen finanziellen Zustupf für ihre Vereinskasse freuen.
Ehrenamt: Sinnbild für Herzblut und Engagement
«Mitgliederbeiträge, Ranglisten, Finanzen, Talententwicklung, Clubhäuschen, Elterneinsatz an der Fritteuse, Sponsorensuche.» Mit diesen Schlagworten brachte die ehemalige Fussballerin und Schweizer Nationalspielerin Rahel Kiwic in ihrer Laudatio die Vielseitigkeit des Vereinssports auf den Punkt. Vor allem aber betonte sie die Bedeutung der Ehrenamtlichen: «Weil ihr euer Herzblut und Engagement hineinsteckt, durfte ich als Mädchen meine Passion verfolgen und Freunde finden.»
Der Belohnung für die gelebte Inklusion: PluSport Zürich Glattal darf sich Gewinner des «zündwürfel» 2026 nennen.
Genau dieses Herzblut zeichnete auch die Finalistinnen und Finalisten der Kategorie «Ehrenamt» aus. Hansueli Ehrismann setzte sich bereits vor fast drei Jahrzehnten für den Mädchen- und Frauenfussball beim FC Männedorf ein. Martin Hasenfratz prägte während eines Vierteljahrhunderts als Präsident die Leichtathletik-Vereinigung Winterthur. Werner Saxer von der Schützengesellschaft Stäfa führte zahlreiche Schützinnen und Schützen zu Schweizermeistertiteln. Marina Birrer vom TV Weiningen ist aus der regionalen Aerobic-Szene kaum wegzudenken. Dominique Durodié von Akro Bülach stand zeitweise an sechs Tagen pro Woche mit unermüdlichem Einsatz in der Halle. Und Philippe Walter half mit, den Schwimmclub Uster nach dem verheerenden Hallenbad-Unglück von 1985 wieder aufzubauen.
Wie bereits in den Vorjahren wurde die Siegerin beziehungsweise der Sieger nicht durch ein Voting bestimmt, sondern mittels eines Würfelspiels erkoren. Dominique Durodié setzte sich dabei durch und durfte die «zündwürfel»-Trophäe entgegennehmen. Zusätzlich erhielten alle Finalistinnen und Finalisten einen Migros-Gutschein im Wert von 500 Franken sowie Tickets für den Super10Kampf im Oktober.
Unparteiische: Unverzichtbar für den Breitensport
Die Bedeutung des Breitensports hob auch Sportminister und Regierungsrat Mario Fehr in seiner Rede hervor: «Was wären wir ohne den Breitensport? Wahrscheinlich eine Gesellschaft ohne Kitt, ohne Gemeinschaftssinn.» Damit Breitensport überhaupt möglich sei, brauche es aber Vereine – und vor allem ihre unermüdlichen Ehrenamtlichen. «Wir sind dankbar für sie. Darum ist es gut, dass der ‹zündwürfel› diese wichtigen Menschen ins Rampenlicht bringt. Zusammen sind wir der Sport.»
«Weil ihr euer Herzblut und Engagement hineinsteckt, durfte ich als Mädchen meine Passion verfolgen und Freunde finden.»
Rahel Kiwic, ehemalige Schweizer Fussball-Nationalspielerin
Zu diesen wichtigen Menschen gehören auch die Unparteiischen, die einen fairen Spielbetrieb über sämtliche Sportarten hinweg ermöglichen. Drei von ihnen standen an der Pokalnacht im Final: Urs Meier vom Badminton-Verband Region Zürich – nicht zu verwechseln mit dem ehemaligen internationalen Fussball-Schiedsrichter gleichen Namens –, Nicolás Castro vom Nordostschweizer Basketballverband, der seit 47 Jahren Schiedsrichter ist und pro Saison rund 100 Spiele leitet, sowie Peiline Schütze vom Zürcher Turnverband (Rhythmische Gymnastik), die aufgrund eines Einsatzes nicht persönlich anwesend sein konnte und von ihrer Tochter vertreten wurde.
Auch in dieser Kategorie entschied kein klassisches Voting über den Sieg, sondern ein Multiple-Choice-Quiz. Moderiert wurde dieses von Sportmoderator-Legende Beni Thurnheer, der die Fragen gleich selbst vorbereitet hatte. In gewohnt unterhaltsamer Art wollte er unter anderem wissen, wie lang die Formel-1-Strecke von Monte Carlo ist oder in welcher Sportart die Schweiz an den Olympischen Spielen 1988 die meisten Medaillen gewann.
Beantwortete die meisten Fragen richtig: Badminton-Schiedsrichter Urs Meier im Multiple-Choice-Quiz.
Das grösste Sportwissen bewies schliesslich Urs Meier, der als Erster sechs Fragen korrekt beantwortete und sich damit die «zündwürfel»-Trophäe sicherte. Alle drei Unparteiischen erhielten unter grossem Applaus einen Migros-Check im Wert von 500 Franken. Zusätzlich durfte sich Meier über einen Erlebnisgutschein freuen – ein «Meet-and-Greet» mit einer unparteiischen Persönlichkeit seiner Wahl.
Die Erfolgsgeschichte geht weiter
Nebst Abstimmungen, Laudationen und Unterhaltungseinlagen sorgten zahlreiche Darbietungen für zusätzliche Höhepunkte des Abends. Der Verein Dancetown Wettingen begeisterte mit energiegeladenen Tanzperformances, Nationalteam-Kunstturner Marco Pfyl zeigte sein Können am Barren und die vier- bis sechsjährigen Mädchen der Rhythmischen Gymnastik Winterthur-Weinland sorgten beim Publikum für den «Jö-Effekt».
Waren eines der kleinen Highlights des Abends: Die Mädchen der RG Winterthur-Weinland.
Die Jubiläumsausgabe des «zündwürfel» erwies sich damit als voller Erfolg. Sie zeigte einmal mehr, dass der Anlass längst einen festen Platz in der Zürcher Vereinslandschaft eingenommen hat. Entsprechend wird der Event auch im kommenden Jahr weitergeführt. Das erste Etappenziel steht bereits fest: der Nominationsstart zum Jahreswechsel.