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Neue Studie «Sport Schweiz 2026»: Die Schweiz bleibt europäische Spitzenklasse

Die Schweiz ist weiterhin eines der sportlichsten Länder Europas. Dies geht aus der neuen Studie «Sport Schweiz 2026» des Bundesamts für Sport hervor. Gleichzeitig ist jedoch der landesweite Sportboom der letzten Jahre vorerst zum Stillstand gekommen. Hinzu kommt: Erwachsene lassen sich nicht mehr gross für den Vereinssport begeistern.

Studie Sport Schweiz 2026

Die Schweiz bleibt weiterhin ein sportliches Land, der Trend geht jedoch weg vom Vereinssport. Foto: ZKS Archiv

52 Prozent. So hoch ist der Anteil der Bevölkerung, welcher mehrmals in der Woche während insgesamt mindestens drei Stunden Sport treibt. Demgegenüber sind gerade mal 17 Prozent inaktiv. Dies zeigt die Studie «Sport Schweiz 2026», die vom Bundesamt für Sport (BASPO) durchgeführt wurde. 

Mit diesem Wert schafft es die Schweiz im europäischen Vergleich aufs Podest. Nur in Finnland und Schweden wird noch etwas häufiger Sport getrieben. Die Schweizer Werte liegen praktisch auf dem Niveau von 2020, haben dieses jedoch nicht übertroffen. Nach jahrzehntelangem Wachstum scheint die Schweizer Sportaktivität – zumindest vorübergehend – ihren Zenit erreicht zu haben.

Lieber im Fitnesscenter als im Verein

Geblieben sind die Lieblingssportarten von Herrn und Frau Schweizer. Wandern, Radfahren, Schwimmen, Skifahren und Joggen bilden laut Studie weiterhin den «Helvetischen Fünfkampf». Die freie Natur ist denn auch die Sportarena Nummer eins. Gut zwei Drittel der Bevölkerung bewegen sich am liebsten draussen und tun dies vermehrt individuell – jedoch zulasten des Vereinssports.

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Denn die zunehmende Individualisierung des Sporttreibens zeigt sich bei den Mitgliedschaften. 22 Prozent der Bevölkerung ab 15 Jahren besitzen heute ein Fitnesscenterabonnement, während noch 19 Prozent Aktivmitglied eines Sportvereins sind. Erstmals liegen damit die Fitnesscenter vor den Vereinen. 2020 lag die Quote der Aktivmitglieder in Vereinen ab 15 Jahren noch bei 22 Prozent. Nicht vom Rückgang betroffen sind jedoch die Mitgliederzahlen bei Kindern und Jugendlichen. Insgesamt zählen die rund 18'400 Sportvereine, die bei Swiss Olympic angeschlossen sind, knapp 2,5 Millionen Aktivmitglieder.

Die Motive, weshalb Mitglieder in Vereinen Sport treiben, sind altbekannt: 59 Prozent nennen Gemeinschaft und Geselligkeit als Grund für ihre Mitgliedschaft, 54 Prozent Freunde sowie Kolleginnen und Kollegen. Ebenfalls  gewichtige Faktoren sind regelmässige Trainings zu festen Zeiten, die Möglichkeit, die eigene Sportart optimal auszuüben, ein gutes Sportangebot und die örtliche Nähe.

Potenzial ist vorhanden

Obschon der Trend mehr in Richtung individuellen und ungebundenen Sports geht, offenbart die Studie, dass der Vereinssport weiterhin von grosser Bedeutung für die Schweizer Sportlandschaft ist. Knapp die Hälfte der heutigen Nichtmitglieder war früher Teil eines Sportvereins. Und: Zwei Fünftel davon können sich einen Eintritt beziehungsweise Wiedereintritt in einen Verein vorstellen. 

Hinzu kommt, dass das Fundament der Freiwilligenarbeit stabil bleibt. Laut Studie engagiert sich fast ein Fünftel der Bevölkerung ehrenamtlich, unter den Mitgliedern sind es gar mehr als die Hälfte. Dabei geniessen sie es, ihren Verein freiwillig zu unterstützen. 50 Prozent der Amtsträgerinnen und Amtsträger sind sehr zufrieden mit ihrem Amt, weitere 42 Prozent eher zufrieden. 

Diese Zufriedenheit könnte sich zudem positiv auf die Rekrutierung der Ehrenamtlichen auswirken – und das bereits innerhalb des Vereins selbst. Fast ein Drittel der Aktivmitglieder ohne Amt könnten sich vorstellen, in nächster Zeit ein solches zu übernehmen. Dieser Anteil ist im Vergleich zu 2020 nochmals gestiegen.

Kurzum: Der Wille ist weiterhin vorhanden. Die Studie zieht somit eine ambivalente Bilanz für den Vereinssport: Potenzial ist weiterhin vorhanden – für einen Trend nach oben wie auch nach unten.