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ZKS-News

Podcast Folge 21: Jobsharing im Sportverein

Die Anforderungen an Ehrenamtliche in Sportvereinen werden zunehmend komplexer. Gleichzeitig wünschen sich viele Menschen mehr Flexibilität und eine bessere Vereinbarkeit von Engagement, Beruf und Privatleben. Vor diesem Hintergrund gewinnt Jobsharing auch im Vereinswesen an Bedeutung.

Die Studie Sportvereine in der Schweiz 2022 zeigt, dass Aufgaben in Vereinen heute häufiger auf mehrere Personen verteilt werden als früher. Co-Präsidien oder geteilte Funktionen im Training und Vorstand sind je länger je mehr verbreitet. Damit wird Verantwortung zunehmend gemeinsam übernommen – ein Ansatz, der auch aus der Arbeitswelt bekannt ist.

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Jobsharing sollte dabei nicht nur auf klassische Ämter beschränkt bleiben. Vereinsarbeit lässt sich stärker rollenbasiert denken, indem nicht ganze Funktionen einer Person zugewiesen werden, sondern konkrete Aufgaben gezielt auf mehrere Personen verteilt werden. Das betrifft neben klassischen Bereichen wie Präsidium, Finanzen oder Administration auch operative Tätigkeiten wie Social Media, Websitepflege, IT-Aufgaben oder die Betreuung des Vereinslokals, die bewusst gemeinsam getragen und flexibel organisiert werden können.

Warum Jobsharing für Vereine attraktiver wird

Viele Sportvereine haben heute Mühe, Ehrenämter langfristig zu besetzen, während die Anforderungen an Vereinsarbeit gleichzeitig steigen. Viele Menschen engagieren sich zwar gerne, wünschen sich dabei aber mehr Flexibilität und eine bessere Vereinbarkeit mit Beruf, Familie und Freizeit. Jobsharing bietet dafür neue Möglichkeiten: Verantwortung wird auf mehrere Personen verteilt, wodurch Ehrenämter entlastet und langfristig attraktiver werden.

Unsere Expertin im Podcast

 

Nina Prochazka ist Organisationsberaterin für Unternehmen, Verbände, Verwaltungen und Non-Profit-Organisationen. Zudem engagiert sie sich als Expertin für Jobsharing beim Verein Go4Jobsharing, der sich für die Förderung von Jobsharing-Modellen in der Schweiz einsetzt. Durch ihre Zusammenarbeit mit zahlreichen Sportvereinen sowie ihre Erfahrung als ehemaliges Vorstandsmitglied von Volley Espoirs Biel Bienne kennt sie die Herausforderungen und Potenziale ehrenamtlicher Vereinsarbeit aus der Praxis.

Vorteile von Jobsharing für Vereine:

  • Weniger Abhängigkeit von Einzelpersonen
  • Mehr Stabilität und Flexibilität
  • Breitere Kompetenzen und neue Perspektiven
  • Signal von Offenheit und moderner Vereinsführung
  • Bessere Bewältigung von Arbeitsspitzen

 

Vorteile von Jobsharing für Ehrenamtliche:

  • Verantwortung muss nicht alleine getragen werden
  • Aufgaben können nach Stärken und bedürfnisorientiert aufgeteilt werden
  • Gemeinsame Entscheidungen und gegenseitige Unterstützung
  • Flexibleres Engagement möglich
Nina Prochazka, Podcast Gast der Folge Jobsharing im Sportverein, mit Moderatorin Regula Späni

Moderatorin Regula Späni spricht mit Nina Prochazka über Jobsharing im Sportverein. Foto: ZKS

Voraussetzungen für funktionierendes Jobsharing

Grundsätzlich lassen sich alle Funktionen im Jobsharing organisieren. Entscheidend sind weniger die Aufgaben selbst als die Persönlichkeiten der beteiligten Personen. Zentral sind Eigenschaften wie Vertrauen, Offenheit und Teamfähigkeit. Unterschiedliche Arbeitsweisen sind normal – entscheidend ist der Umgang damit. Ebenso wichtig sind klare Rollen, gemeinsame Werte und Ziele sowie gegenseitige Loyalität. Auch Selbstreflexion und Feedbackfähigkeit bilden eine wichtige Grundlage.

Was einem ebenfalls bewusst sein muss: Zu Beginn braucht Jobsharing meist mehr Aufwand als ein Einzelamt, da Rollen, Erwartungen und Abläufe zuerst geklärt werden müssen. Eine saubere Vorbereitung ist deshalb entscheidend, um spätere Missverständnisse zu vermeiden – auch für den Fall eines Ausstiegs aus dem Tandem. Ebenso zentral ist die Vereinskultur: Jobsharing funktioniert nur, wenn Vorstand und Umfeld das Modell mittragen und offen für geteilte Verantwortung sind.

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Ein zusätzlicher Schlüssel ist die Kommunikation. Die Studie Job- und Topsharing in der Schweiz (FHNW, 2024) zeigt, dass Kommunikations- und Koordinationsprobleme zu den häufigsten Herausforderungen gehören. Deshalb sollte früh geklärt werden, wie der Austausch funktioniert, welche Tools genutzt werden und wie Aufgaben sowie Informationen organisiert sind. Digitale Hilfsmittel wie Chats, Cloud-Systeme oder ein gemeinsamer Kalender unterstützen die Zusammenarbeit. Nach aussen sollte das Tandem als Einheit auftreten, damit Zuständigkeiten klar bleiben.

Entscheidungen und Konflikte

Wo Verantwortung geteilt wird, entstehen auch unterschiedliche Meinungen. Diese können Entscheidungen verbessern und neue Perspektiven bringen. Wichtig ist, im Vorfeld zu klären, wie entschieden wird, was bei Uneinigkeit passiert und wer im Zweifelsfall entscheidet. Zentral bleibt dabei die gegenseitige Loyalität: Entscheidungen werden nach aussen gemeinsam vertreten.

Fazit zum Jobsharing

Jobsharing bietet Sportvereinen die Chance, das Ehrenamt moderner, flexibler und attraktiver zu gestalten. Durch geteilte Verantwortung und unterschiedliche Perspektiven können Vereine langfristig resilienter und innovativer werden. Damit das Modell funktioniert, braucht es klare Kommunikation, gegenseitiges Vertrauen und Offenheit für neue Organisationsformen. Richtig umgesetzt, kann Jobsharing nicht nur einzelne Personen entlasten, sondern die Zusammenarbeit und Vereinskultur insgesamt stärken.

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